Saarländischer Profiboxer sichert sich mit starker Leistung IBF-Mediterranean-Titel

(Bericht aus der Saarbrücker Zeitung entnommen) 

Profiboxer Jürgen Doberstein ist neuer Mediterranean-Champion des Verbandes IBF. Der 25-jährige Saarländer setzte sich Samstagnacht gegen den Franzosen Kevin Thomas Cojean souverän nach Punkten durch.
Am Ende hat Jürgen Doberstein doch noch Faxen gemacht. Kurz vor dem Gong zur zwölften und letzten Runde um den IBF-Mediterranean-Titel gegen den Franzosen Kevin Thomas Cojean ging der Supermittelgewichtler am Samstag in der Saarlandhalle zu Boden – und machte ein paar Liegestützen. „Ich wollte den Leuten am Ende noch was bieten“, sagte er später grinsend. Die letzte Runde des Kampfes gestaltete Doberstein dann mit sehr viel mehr Risiko, als es zu diesem Zeitpunkt notwendig gewesen wäre. Immer noch schnell auf den Beinen, ließ er seine Deckung in den abschließenden drei Minuten komplett fallen. Obwohl er diese Runde nur noch über die Zeit hätte bringen müssen, holte er die letzten Reserven aus sich heraus und feuerte in den letzten 30 Sekunden ein derartiges Feurwerk an Schlägen auf seinen Gegner ab, dass er nach dem Gong völlig verausgabt zuBoden sank – vor Erschöpfung und Erleichterung. „Ich bin heute einfach nur glücklich“, sagte der 25-Jährige, „dass sich die harte Arbeit und das harte Training in den letzten Monaten ausgezahlt haben“. Den Ring verließ er als strahlender Sieger. Und auch wenn er es um keinen Preis zugeben wollte: Gerade zu Beginn des Kampfes waren bei Doberstein Nervosität und Unsicherheit deutlich zu spüren. Zum einen, weil ihm laut Weltrangliste noch nie ein so starker Gegner im Ring gegenüberstand, zum anderen, weil ihm etwas fehlte: Wettkampfhärte. Nur ein Kampf in den vergangenen 13 Monaten kann auch nicht durch erhöhtes Sparring ausgeglichen werden.

pbDoch von Runde zu Runde eroberte sich Doberstein die Sicherheit im Ring und gewann Selbstvertrauen zurück. Als er Cojean in der dritten Runde erstmals richtig Bedrängnis brachte, waren nicht nur die 1700 Zuschauer in der Saarlandhalle da, sondern auch Jürgen Doberstein. „Das war der wichtigste Kampf in meinem Leben“, gab Doberstein danach zu. Nachdem er sich Anfang des Jahres von dem St. Ingberter Boxstall DOG Event & Boxing Company trennte, war dieser erste Kampf unter seiner eigenen Doberstein Promotion GmbH ein Meilenstein. Ein neues Team, neue Sponsoren – einzig der sportliche Erfolg fehlte noch. Was den Druck am Samstag nicht gerade minderte. „Ich weiß schon, was auf dem Spiel stand“, sagte Doberstein, „deshalb bin ich ja so erleichtert.“ Mit aufwendiger Beinarbeit und vielen Schlägen hielt er den zehn Zentimeter kleineren Bretonen bis auf wenige Ausnahmen auf Distanz, schickte ihn in der neunten Runde sogar auf die Bretter. „Mir ist es gelungen, meine Linie durchzuziehen und ihn auf Distanz zu halten“, sagte Doberstein, „trotzdem war er immer gefährlich, ein großer Kämpfer.“ Als Cojean nach der dritten Runde aus dem Mund blutete, ahnte niemand, dass er nach dem Kampf mit Verdacht auf Kieferbruch ins Krankenhaus gebracht werden würde. Nach dem überzeugenden Auftritt wird sich Doberstein in der Weltrangliste von Platz 37 nach vorne schieben. Welche Kämpfe nun kommen könnten, müssen Gespräche in den nächsten Wochen zeigen. Im Ring forderte der „Dobermann“ jedenfalls schon mal die Top-Prominenz in seiner Gewichtsklasse heraus. „Arthur Abraham und Robert Stieglitz können kommen“, ließ der 25-Jährige verlauten.


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